Schneller Hallenaufbau, schneller zum Einsatz

Zügig musste es für die Freiwillige Feuerwehr Much gehen, nachdem das Grundstück endlich gefunden war. In kürzester Zeit setzten Wehr und Gemeinde mit der Firma Herchenbach eine Halle um, die auch einen speziellen Schutz für das Löschgruppenfahrzeug bietet.

 

Lagerhalle für Feuerwehrfahrzeuge

Zeit zählt für die Feuerwehr. Zehn Minuten dürfen zwischen dem Notruf und dem Eintreffen der ersten Fahrzeuge vergehen – und das nur in ländlichen Gebieten. In der Stadt ist die Zeit sogar noch kürzer. Die Freiwillige Feuerwehr Much im Rhein-Sieg-Kreis stellte das immer wieder vor Schwierigkeiten. „Bisher gab es nur einen Standort am Zentralort, aber Much hat sich überproportional entwickelt“, erläutert Wehrleiter Markus Büscher. So war es nicht immer einfach, die vom Gesetzgeber vorgegebenen Zeiten einzuhalten. Für die Gemeinde Much war genauso wie für die Freiwillige Feuerwehr klar: Das muss sich ändern.

Doch die Freiwillige Feuerwehr hatte lange kein Glück, geeignete Grundstücke fehlten. Als dann zum Jahresende 2020 am Abzweig der Kreisstraße 31 von der Landesstraße eine Kläranlage zurückgebaut wurde, nutzten Gemeinde und Feuerwehrleute die Gunst der Stunde, in Marienfeld einen zweiten Standort einzurichten. Die neue Fahrzeughalle stand bereits wenige Wochen später. Inzwischen fährt die Freiwillige Feuerwehr Marienfeld bei jedem Einsatz in Much mit. „Und das waren allein im vergangenen Monat 25“, sagt Wehrleiter Büscher. „Vom Brand bis zum Unwetter war alles dabei.“

Aluminiumhalle steht in wenigen Tagen

Doch warum konnte die Freiwillige Feuerwehr ihre Hallenpläne so schnell umsetzen, nachdem das Grundstück endlich gefunden war und gepachtet werden konnte? „Ich hatte eine Firma im Kopf, die mit Feuerwehren schon einige Projekte verwirklicht hat, die Firma Herchenbach“, sagt Büscher. „Und wir sind dort mit unserem Anliegen, in Marienfeld kurzfristig etwas umzusetzen, direkt auf offene Ohren gestoßen – wir konnten sofort loslegen.“ Die Bauleitung hatte Timo Kautz als zuständiger Mitarbeiter von Gemeinde und Feuerwehr inne. Da die Aluminiumhallen von Herchenbach ein flexibel auf die Kunden abgestimmtes Baukastensystem mit TÜV-geprüften Statiken anbietet, hatte die Freiwillige Feuerwehr direkt mit der Auftragsvergabe alle Unterlagen vorliegen. „So ging auch die baurechtliche Prüfung durch den Rhein-Sieg-Kreis sehr schnell“, meint Büscher.

Verankerung ohne Fundament

Statt eines aufwändigen Fundamentes wählten Gemeinde und Freiwillige Feuerwehr die Erdnagelverankerung. Ist der Boden durch Deck-, Trag- und Frostschicht bereits geeignet, zum Beispiel weil dort vorher ein Parkplatz war, können die Ankerplatten direkt auf dem vorhandenen Boden befestigt werden. Für die Freiwillige Feuerwehr wurde das Grundstück aufgrund der vorhergehenden Nutzung als Kläranlage neu angelegt. Die eigentliche Verankerung mit Erdnägeln dauerte aber nur ein bis zwei Stunden, während ein Fundament eine Trocknungszeit von rund vier Wochen benötigt hätte. „Auch der Hallenaufbau war sehr, sehr schnell“, erinnert sich der Wehrleiter. „Innerhalb weniger Tage war auch mit den Anschlüssen, die wir noch gemacht haben, alles fertig. Da kann ich nur Positives berichten.“

Frostschutz für Löschgruppenfahrzeug

Für die Leichtbauhalle haben Gemeinde und Feuerwehr das Modell Therm+ mit einem Gerüst aus stabilen und langlebigen Aluminiumprofilen und einer textilen Bedachung aus hochreißfester Industrie-PVC-Plane gewählt. Besonderer Wert wurde auch auf die Wandverkleidung gelegt. Feuerwehr und Gemeinde entschieden sich für Iso-Paneele mit exzellenten Wärmedurchgangswerten (0,31 W/m²K). „Für uns waren nicht nur Witterungsschutz und Diebstahlschutz wichtig“, erklärt der Wehrleiter. „Unser Fahrzeug ist bereits mit Wasser geladen, das könnte im Winter gefrieren und das darf nicht passieren.“ Zusätzlich wurde die Halle mit einer Wandsockelabdichtung geschützt, damit weder Regen noch Kondenswasser in das Gebäude eindringen.

Besonders viel Freiraum hat die Freiwillige Feuerwehr bekommen, weil sie sich für platzsparende Rolltore entschied. Die Rolltorpanzer wickeln sich eng ein, ohne in die Halle hineinzuragen. Auf diese Weise kann fast die komplette Giebelseite geöffnet und nach dem Einsatz wieder einbruchssicher geschlossen werden. Platz bietet die Aluminiumhalle der Freiwilligen Feuerwehr für zwei Fahrzeuge. „In Marienfeld ist eine Grundausstattung mit Löschgruppenfahrzeug und Mannschaftstransporter vorhanden“, so Büscher. Umziehen können sich die Feuerwehrleute in einem speziell eingerichteten Container neben der Halle.  

Rolltore mit Gemeindesilhouette

15 Einsatzkräfte sind dem neuen Standort zugeordnet – einige sind nach dem Hallenneubau dazugekommen. Wehrleiter Büscher hofft, dass es noch mehr werden. Vielleicht hilft da die optische Attraktion, mit der sich die Freiwillige Feuerwehr Much-Marienfeld von anderen Einheiten abhebt. Über Rolltore und Außenwand zieht sich die Silhouette von Marienfeld mit Kirche, Häusern und Bäumen. „Wir haben einen sehr aktiven Mitarbeiter, der uns zum Beispiel auch die Aufkleber für die Feuerwehrwagen neu gemacht hat“, erzählt Büscher. Und für den Mitarbeiter sei es ein besonderes Anliegen gewesen, auch das Äußere der Halle außergewöhnlich zu gestalten. Die Freiwillige Feuerwehr kann deshalb jetzt nicht nur einen zweiten Standort vorweisen, der ideal auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist sowie einfach und schnell umgesetzt wurde, sondern der auch optisch etwas hermacht. Auch wenn die Feuerwehrmänner und eine Feuerwehrfrau zumindest vor einem Einsatz nicht lange darauf schauen können. Schließlich zählt für die Feuerwehr jede Minute.

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